Was Sie über SSDs noch wissen sollten

Aktuelle Windows-Versionen sind bei SSDs im Vorteil

Sinnvoll ist die zudem die Nutzung eines aktuellen Betriebssystems, welches den TRIM-Befehl beherrscht. Bei Microsoft Betriebssystemen ist das seit Windows 7 der Fall, ein aktuelles Mac OS X oder eine Linux-Distribution beherrscht die Technik ebenso.

Durch den TRIM-Befehl kann der prinzipielle Geschwindigkeitsverlust beim Schreiben zum Teil ausgeglichen werden. Denn eine SSD kann auf der einen Seite vier Kilobyte (KB) große Blöcke beschreiben, aber nur 512 KB große Blöcke löschen – um danach die Daten in die Flashzellen zu schreiben. Selbst wenn der gelöschte Block nicht komplett vollgeschrieben wird, muss auch eben diese Information dort abgelegt werden.

Ein nicht geringer Anteil des Geschwindigkeitsvorteils wird auf diese Weise wieder zunichte gemacht. Denn je länger eine SSD-Festplatte in Betrieb ist, desto mehr fragmentierte Blöcke ergeben sich durch diese Asymmetrie von Löschen und Beschreiben.

Der TRIM-Befehl erlaubt es dem Betriebssystem hingegen, werden nicht mehr genutzte 4 KB-Blöcke sofort gesäubert. Ein späteres Löschen kann entfallen, was viel Zeit spart. Schon aus Sicherheitsgründen ist es empfehlenswert, ein aktuelles Betriebssystem zu nutzen. Aufgrund der Unterstützung des TRIM-Befehls besteht dazu beim Einsatz einer SSD-Festplatte die unbedingte Empfehlung.

Lesen Sie weiterführend auch unseren Ratgeber: SSD Kaufen, einbauen & einrichten: Darauf sollten Sie achten

Unterschiede zwischen TLC und MLC-Speicher

Weiteren Einfluss auf die Performance hat der verwendete Speichertyp. In der Regel kommt der sogenannte NAND-Speicher zum Einsatz, der sich wiederum in zwei Ausführen aufteilen lässt: SLC (Single Level Cell) und MLC (Multi Level Cell). Bei SLC-Speicher wird pro Flashzeile ein Bit abgelegt, bei MLC sind es bis zu vier Bit.

Was zunächst positiv klingt, hat aber seinen Preis: Die größere Belastung beim MLC-Speicher führt zu geringerer Geschwindigkeit und Haltbarkeit. Außerdem nimmt MLC-Speicher mehr Platz in Anspruch.

Der Nachteil von MLC-Speicher ist vor allem bei älteren SSDs groß: Hier ist es sogar möglich, dass die Schreibrate beim Speichern großer Dateien geringer ausfällt, als dies bei einer konventionellen HDD der Fall ist. Für heutige MLC-SSDs gilt das jedoch nicht mehr, die Geschwindigkeit hat auch hier stark zugelegt.

Beim Kauf sollte sich der Speichertyp allerdings leicht in Erfahrung bringen lassen. Hieraus lassen sich bereits Rückschlüsse auf Performance und Lebensdauer ziehen. Über welchen Speicher-Typ ein Gerät verfügt, erfahren Sie immer im Test bzw. dem Testbericht des jeweiligen Geräts.

Großer Cache beschleunigt

Wie schnell eine SSD-Festplatte in der Praxis ist, hängt allerdings nicht nur vom Speichertypen ab, auch der Controller, in den meisten Fällen S-ATA, beeinflusst die Geschwindigkeit. Je mehr Kanäle zur Datenübertragung genutzt werden können, desto schneller fließen die Daten. Wichtig ist in diesem Zusammenhang ein möglichst großer Zwischenspeicher.

Ohne diesen sogenannten Cache kann die Datenrate vor allem beim Schreiben großer Dateien stark einbrechen und den Geschwindigkeitsvorteil somit minieren – was eigentlich gar nicht sein müsste. Konkrete Angaben sind hier schwierig, ein Cache im KB-Bereich ist zu klein, die Speicherkapazität des Zwischenspeichers sollte einige MB betragen.

Wie bereits erwähnt, limitiert nicht unbedingt die Lebensdauer des Speichers die Nutzungsdauer der gesamten SSD. Bei einigen Modellen auf dem Markt hat sich der Controller als eigentliches Problem erwiesen, weshalb hier nach Möglichkeit auf zuverlässige und bewährte Anbieter zurückgegriffen werden sollte.

Als solide haben sich Controller von Indilinx und Sandforce gezeigt, die neben der Zuverlässigkeit auch durch gute Performance überzeugen. Auch Controller von Samsung, Intel und Marvel sind eine Empfehlung wert.

IOPS: Je mehr, desto besser

Eine weitere wichtige Angabe ist der sogenannte IOPS-Wert. Dabei steht IOPS für „Input/Output Operations Per Second“. Diese Angabe ist durchaus aussagekräftiger als die rein theoretische Angaben zur Leistungsfähigkeit. Der IOPS-Wert gibt ganz praktisch an, wie viele Ein- und Ausgabebefehle pro Sekunde verarbeitet werden können. Je höher dieser Wert ist, desto schneller arbeitet der Massenspeicher.

S-ATA: um so moderner um so besser

Bereits erwähnt wurde die S-ATA-Schnittstelle als Verbindung zu Desktop-PC und Notebook. S-ATA ist in verschiedenen Generationen verfügbar. Um die volle Leistung auszuschöpfen, wird S-ATA 6 benötigt; die Datenübertragungsrate beträgt dann bis zu 600 MB/s. Bei S-ATA 3 werden mit 300 MB/s nur halb so große Datenraten erreicht.

Dieser Umstand ist beim Kauf insofern zu berücksichtigen, als dass es beim S-ATA 3-Standard zum Ausbremsen der Übertragung kommen kann. Beherrscht der Rechner also kein S-ATA 6, sind zumindest die Mehrausgaben für eine besonders schnelle SSD-Festplatte eine kaum sinnvoll angelegte Investition.

Hersteller Tools für Firmwareupdates und Optimierungen einsetzen

Viele Hersteller bieten für ihre Produkte Tools an, die sie selbst für den speziellen Bedarf und zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten entwickelt haben. Besonders bekannt für solche Tools sind zum Beispiel Hersteller wie Intel, OCZ, Plextor sowie Samsung.

Der Samsung Magician überprüft den Zustand sowie die Geschwindigkeit und verfügt ausserdem über eine „Secure Erase“ Funktion.

Einer der Hauptvorteile aller Herstellertools ist die so genannte „Secure Erase“ Funktion, mit der man alte Datenbestände vollständig und sicher aus den Speichern löschen kann. Auch ausgefallenere Funktionen können sehr nützlich sein. So analysiert die Intel Toolbox sogar SSDs, die nicht aus dem Hause Intel sind und zeigt deren „Gesundheitszustand“ an. Samsung bietet mit seinem Tool Einstellungen zur Leistungsverbesserung durch Möglichkeiten zur Einrichtung einer so genannten „Overprovisioning Partition“.

Herstellertools erleichtern deshalb die meisten Firmware Updates deutlich, indem oft sogar das Neustarten des Rechners zur Aktualisierung der Einstellungen überflüssig ist.

Lesen Sie weiterführend auch unseren Ratgeber: SSD Kaufen, einbauen & einrichten: Darauf sollten Sie achten